Mitarbeiterführung
Mitarbeiterführung ist eine der wichtigsten Aufgaben in einem Unternehmen. Aber was bedeutet Mitarbeiterführung eigentlich genau?
Allgemein steht „Führen“ für allgemein steuerndes und richtungweisendes Einwirken auf andere Menschen.
Was ist Mitarbeiterführung genau?
Mitarbeiterführung ist ein zentrales Managementinstrument und einer der Erfolgsschlüssel erfolgreicher Unternehmen. Mitarbeiterführung bedeutet Menschen unter bestimmten sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Orientierung im Hinblick auf festgelegte Ziele zu vermitteln. Sie für die Zielerreichung zu motivieren und sie so zu unterstützen, dass das Gesamtziel der Organisation in seinen einzelnen Teilzielen erreicht werden kann.
Eine der zentralen Aufgaben in der Mitarbeiterführung besteht somit darin, dass die Führungskräfte den Mitarbeitern die Unternehmensziele vermitteln und sie für die Zielerreichung gewinnen.
Das ist vergleichbar mit einem Kapitän der seine Mannschaft mit auf die Reise nimmt. Auch er informiert seine Crew über das Ziel, den Zielort. Sodann bespricht er mit der Mannschaft die Route - die Schritte zur Zielerreichung. Er wird jedem Mitglied der Crew konkret sagen, was er auf der Reise zu tun hat, damit man gemeinsam schnell und erfolgreich den Zielort erreicht.
Das Beispiel verdeutlicht, das Führung weniger ein hierarchischer Begriff ist, sondern das Mitarbeiterführung die Fertigkeit ist, andere Menschen für Ziele und Visionen zu begeistern und sie mit auf den Weg der Zielerreichung zu nehmen, um so gemeinsam Erfolge zu erzielen. Das erfordert eine „ständige Begleitung“ und Unterstützung der Mitarbeiter, die geführt werden.
Mitarbeiterführung bedeutet intensive und individuelle Gespräche mit dem jeweiligen Mitarbeiter in denen ihm die Führungskraft ganz konkret aufzeigt, welchen Beitrag er zur Erreichung der Unternehmensziele erbringen muss und worin seine konkreten Aufgaben bestehen. Und das ist nicht immer einfach, da für viele Mitarbeiter die generellen Unternehmensziele sehr weit weg und sehr abstrakt sind. Denn das bisher gesagte gilt nicht nur für Verkäufer, denen man sehr leicht ihren Zielbeitrag erklären kann, sondern auch für Mitarbeiter im Lager oder Pförtner.
Wie geht man da vor?
Ein Beispiel der Mitarbeiterführung
soll das verdeutlichen. Ein Unternehmen der Unterhaltungselektronik, das seine Kunden regelmäßig bzgl. deren Kundenzufriedenheit befragt, will im Jahr 2012 die Kundenzufriedenheit von aktuell 79,8% bis zum 31.12.2012 auf 85 % erhöhen.
Herr Müller arbeitet im Versandlager und hatte bisher noch nie Kontakt mit Kunden. Im Gespräch mit seinem Chef Herr Petersen entwickelt sich folgender Dialog.
Herr Müller |
Herr Petersen, gestern wurden wir via Intranet über die Ziele für 2012 informiert. Das liest sich ja sehr interessant mit dem Ziel die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Auch ich weiß, wie wichtig zufriedene Kunden für uns sind. Aber, Herr Petersen, was hab ich damit zu tun. Ich hab bei meiner Arbeit noch nie einen Kunden gesehen. |
Herr Petersen |
Ja, das stimmt Herr Müller. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint, auch Sie haben großen Einfluss auf die Zufriedenheit unserer Kunden. |
Herr Müller |
Das versteh ich nicht. Ich habe doch gar keinen Kontakt mit Kunden. |
Herr Petersen |
Sie transportieren doch regelmäßig die in Kartons verpackten Geräte mit Ihrem Gabelstapler vom Lagerort zu den LKWs für den Versand zu den Kunden, oder? |
Herr Müller |
Ja klar, das ist meine Hauptaufgabe |
Herr Petersen |
Kommt es da schon mal vor, dass Sie mit dem Greifer die Palette verfehlen und ein Karton leicht angerissen wird? |
Herr Müller |
Naja klar, kommt schon mal vor. Aber eher selten und die Geräte sind ja so gut verpackt, dass denen nichts geschieht. |
Herr Petersen |
Sicher. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie bekommen Ihren neuen Fernseher von uns geliefert und der Karton ist beschädigt. Wären Sie darüber erfreut? Was würden Sie da denken? |
Herr Müller |
Naja, fänd ich nicht so toll. Zunächst hätte ich Sorge, dass etwas kaputt sein könnte. Und außerdem bei den Preisen erwarte ich schon auch eine fehlerfreie Lieferung. |
Herr Petersen |
Und wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird? Was ist dann? Steigert das Ihre Kundenzufriedenheit? |
Herr Müller |
Ne, klar. Da würde erst mal meine Zufriedenheit sinken. |
Herr Petersen |
Sehen Sie und genau hier liegt Ihr Beitrag zu unserem Ziel Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Wenn Sie beim Transport der Kartons noch umsichtiger sind als bisher und 10% weniger Kartons beschädigt an Kunden ausliefern haben Sie einen wichtigen Beitrag zur Kundenzufriedenheit geleistet, obwohl Sie nie in Kontakt mit unseren Kunden kommen. |
Herr Müller |
Ups, so hab ich das noch nicht gesehen. Ja das stimmt. Da werde ich nochmal in Ruhe drüber nachdenken. Dann ist meine Arbeit ja doch nicht eine so stupide Routineaufgabe wie ich immer dachte. |
Im Beispiel nimmt Herr Petersen Herrn Müller mit auf die Reise zum Zielort Kundenzufriedenheit. Er zeigt Herrn Müller auf, welchen Einfluss er konkret auf die Gesamtzielerreichung hat und welchen Beitrag er leisten kann.
Herr Müller schafft Orientierung, Verständnis und Motivation bei Herrn Müller und kann sich sicher sein, dass er nun weiß, was er zu tun hat und dass er seiner Aufgabe engagiert nachkommen wird. Denn er erkennt nun die Bedeutung seiner Arbeit auf die Zielerreichung.
Instrumente der Mitarbeiterführung
Das wichtigste Instrument der Mitarbeiterführung ist das Mitarbeitergespräch. Nur im kontinuierlichen Dialog kann eine Kultur entstehen, in der alle Mitarbeiter gerne und engagiert an der Erreichung der Unternehmensziele mitwirken und in der Probleme und Konflikte im Sinne aller Beteiligter und des Unternehmens gelöst werden.
Hier ist dann erneut die Führungskraft in ihrer kommunikativen Kompetenz gefragt als Moderator, Mentor und/ oder als richtungsweisender Konfliktmanager.
Neben dem Mitarbeitergespräch steht den Führungskräften in den meisten Unternehmen ein breites Instrumentarium der Mitarbeiterführung zur Verfügung. Hier einige Beispiele:
- Coaching der Mitarbeiter
- Beurteilung
- Zielvereinbarung
- Problem- und Konfliktlösung
- Moderation
- Vergütungssystem
- Projektplanung
- u.a.
Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeiterführung
Beim Einsatz oben genannter Führungsinstrumente sollten die Führungskräfte bei der Mitarbeiterführung über folgende Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen
- Mitarbeitermotivation
- Zielvereinbarung und –kontrolle
- Mitarbeiterpotentiale erkennen und fördern
- Perspektiven aufzeigen
- Zielorientiertes Verhalten initiieren
- Begeisterung schaffen
- Visionen vorleben
- Zuhören
Training der Mitarbeiterführung und Training
Natürlich verfügen Führungskräfte mit der Übernahme ihrer Führungsaufgabe nicht über alle bisher genannten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Instrumente.
Und Führen will gelernt werden...
Deshalb haben wir ein breites Themenangebot entwickelt, mit dessen Hilfe Führungskräfte die notwendigen Inhalte und Verhaltensweisen für ihre erfolgreiche Mitarbeiterführung kennenlernen und intensiv trainieren.
Hier einige Themen im Überblick:
- Mitarbeitergesprächsführung
- Mitarbeiterpotentiale erkennen und nutzen
- Zielvereinbarung
- Delegation und Kontrolle
- Konfliktmanagement
- Körpersprache
- Coaching und Führung
Besondere Aspekte der Mitarbeiterführung
In manchen Bereichen ist Mitarbeiterführung besonders schwierig, insbesondere wenn die Führungskraft über keinerlei disziplinarisches Instrumentarium verfügt.
Beispiele hierfür sind:
- Mitarbeiterführung in Teams
- Projektarbeit
- Arbeit in interdisziplinären Gruppen
- Mitarbeiterführung ohne disziplinarische Kompetenz
Auf diese speziellen Führungssituationen werden wir an anderer Stelle eingehen.